Pflege macht krank. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet in ihrer Ausgabe vom 7. Mai über die harten Bedingungen in der Pflege. Dietrich Mittler kritisiert die Zustände in den Alten- und Pflegeheimen und wirft einen schonungslosen Blick in die bekannten Einrichtungen.
Die AOK sagt es unumwunden: Wer in einem Pflegeberuf arbeitet, wird häufiger krank als andere Arbeitnehmer. Kein Wunder also, dass der Beruf des Pflegers immer unattraktiver und unbeliebter wird. Die Folge: Ein eklatanter Mangel an ausgebildeten Fachkräften. Die Regierung von Oberbayern hat nun einen Katalog vorgestellt, der es den Heimträgern erleichtern soll, etwas für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu tun. Wir vom MARO-Zentrum begrüßen diese Initiative, fordern aber mehr: Ein Umdenken auch in den Fragen der Entlohnung, eine Novellierung der teils verkrusteten Ausbildungsinhalte. Denn selbst mit viel Good Will und Überstunden sind die Probleme nicht zu lösen. Selbst Prämien in einer Höhe von mehr als tausend Euro an Krankenschwestern und Pfleger, wenn diese durch Mundpropaganda eine neue Kraft für das Unternehmen akquirieren, ziehen nicht.
Immer mehr Pflegepersonal in den Kliniken und Altenheimen ist mit immer mehr Arbeit schlichtweg überfordert. Wann das System kollabiert, wissen auch wir im MARO-Zentrum nicht. Fest steht aber, dass wir auf einem Pulverfass sitzen, weil bis 2025 bundesweit mindestens 152.000 Pflegekräfte fehlen werden.
Quelle: SZ
