Die Sendung FAKT kritisiert am 15.08.2011 im Ersten Fernsehprogramm die Misstände in Wohngemeinschaften für Beatmungspatienen. Wir vom MARO-Zentrum teilen diese Kritik, denn die dargestellten Wohngemeinschaften entsprechen den Qualitätskriterien für ambulant betreute Wohngemeinschaften in keiner Weise. Und sie sind nicht richtig konstruiert.
In Bayern wären solche WGs dank einer umsichtigen Gesetzgebung gar nicht möglich. Das Bayerische Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoqG) von 2008 sieht Strukturen vor, die die geschilderten, gesundheitsgefährdenden WGs sofort der Heimgesetzgebung unterstellen würden.
Gesunde WG-Strukturen
- Gremium: Das Gesetz sieht ein Gremium von Bewohnern oder Angehörigen zwingend vor. In diesem Gremium werden alle Entscheidungen getroffen, z.B. .
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- Anzahl und Ausbildung der Pflegekräfte
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- Welcher Pflegedienst den Auftrag bekommt und auch, welchem Pflegedienst gekündigt wird
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Dieses Gremium ist also stark, es stellt in Gewisser Weise die Leitung und das Management der Wohngemeinschaft dar.
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So kann ein Pflegedienst, der keine guten Leistungen erbringt (betrunkene Pflegekraft), nur ungenügend ausgebildete Kräfte entsendet (Crshkurs statt Ausbildung) oder nicht genügend Personal stellt schlicht gekündigt werden.
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Das ist allerdings nur möglich, wenn der Pflege und Miete unabhängig voneinander sind. Und daher sagt das Bayrische Gesetz:
- Vermieter und Pflegedienst dürften zwar identisch sein, die Verträge für Miete und Pflege müssen jedoch strikt getrennt und unabhängig sein. Dadurch wird die Abhängigkeit vom Pflegedienst vermieden und den Patienten mehr Macht und Selbständigkeit übertragen.
- Anzahl der Bewohner: In dem Bericht ist von Bereichen mit 14 und 15 Bewohnern die Rede. In Bayern liegt das Maximum bei 12 Bewohnern pro WG, und maximal zwei WGs in unmittelbarer Nähe. Somit würde der MDK diese Wohngemeinschaften sofort der Heimgesetzgebung unterstellen. Und: in Bayern gibt es eine Meldepflicht.
Selbstverständlich ist Missbrauch immer möglich, doch hier zeigt sich die Rolle und die Wichtigkeit eines starken Gremiums: Das Gremium ist das Management und die Leitung der WG, somit hat es die Möglichkeiten und die Verantwortung für geregelte Verhältnisse zu sorgen. Und bei wem ist diese Verantwortung besser aufgehoben als bei den Bewohnern selbst und deren Angehörigen?
Eine stärker engagierte Aufsicht und Kontrolle kann kein Gesetz der Welt herstellen.
